#youngerthenever Kein Mercedes war so jung, wie die neue A-Klasse! Schon den Vorgänger haben die Stuttgarter als iPhone auf Rädern inszeniert, die neue Generation aber ist ein rollendes Smarthome: Digitale Instrumente sind Serie, ein großer Bildschirm auf der Mittelkonsole und Sprachsteuerung im Alexa-Stil sollen – gepaart mit knackigem Design – die coolen Jungs ansprechen. Die, die sich das leisten können, wohnen aber selten in Deutschland, sondern in China // #14001

Body Was hat die A-Klasse für einen Wandel durchgemacht. Vor 20 Jahren als erster wirklicher Kompakt-Benz eingeführt – und gleich beim Elchtest umgekippt – entwickelte sich der Hochsitz mit dem Sandwichboden schnell zu Rentners Liebling. Generation blieb sich und der Kundschaft treu, mit Nummer drei aber kam der große Einschnitt: Der doppelte Boden, der nie für das genutzt wurde, wofür er gedacht war, nämlich um  umweltfreundliche Elektro- und Brennstoffzellenantriebe unterzubringen, wurde abgeschafft, die Neuauflage baute deutlich niedriger und kam jetzt erst so richtig in der Golf-Klasse an. Was die Senioren zur B-Klasse trieb, lockte junge Käufer an. Und jetzt setzt Mercedes noch eins drauf: Design-Chef Gorden Wagener hat das doch noch etwas barocke Blechkleid entschärft, setzt auf große Flächen und wenig Schnörkel. Was auffällt: Die Scheinwerfer sind ein bisschen klein geraten – und das Heck könnte auch von Hyundai sein.

Soul Tief im inneren der A-Klasse schlummern französische Gene – vom Kooperationspartner Renault-Nissan, mit dem die Stuttgarter unter anderem den Smart Forfour und die X-Klasse gemeinsam realisieren, stammen die Einstiegstriebwerke. Und die sind genau das, was der Name verspricht: Brot-und-Butter-Motoren für all diejenigen, denen ein cooles Auto und High-Tech-Features wichtiger sind als hausgemachter Fahrspaß. Der kommt weder mit dem 163 PS starken 1,3-Liter-Otto im A 200, noch im A 180 d mit 1,4-Liter-Diesel (116 PS) auf. Wer’s krachen lassen – und das nahezu perfekt abgestimmte Fahrwerk mal so richtig herausfordern – will, der muss schon zum A 250 greifen. Der bislang einzige echte Daimler-Antrieb lockt mit 224 PS und 350 Newtonmeter und wuppt den Kompakten in 6,2 Sekunden auf Landstraßentempo.

IQ Technik vom Feinsten hat Mercedes in die A-Klasse gepackt, und dabei gleich das komplette Cockpit umgebaut. Digitale Instrumente und einen breiten Infotainment-Touchscreen kennen wir vom Daimler schon lange, in der A-Klasse sind die beiden Bildschirme aber ohne Hutze, quasi frei auf dem Armaturenbrett verbaut. Das eigentliche Highlight aber heißt MBUX und meint das neue Bediensystem. So richtig neu ist dabei allerdings nur die Sprachsteuerung, die bekannte Bedienoberfläche des Command-System wurde nur weiter entwickelt und grafisch ein wenig nach Computerspiel-Manier aufgehübscht. Großartig: Beim Abbiegen erscheint das Bild von der Frontkamera auf dem Bildschirm und Augmented-Reality-Pfeile weisen den Weg. Und der Sprachassistent? Nun, der ist momentan noch eher gut gemeint als gut gemacht, denn viele Befehle und Fragen hat er auf unserer ersten Runde nicht verstanden. Aber Mercedes verspricht, dass das System fortlaufend verbessert wird.

Traumtyp Wer an seinem Nokia-Tastentelefon hängt, der ist nichts für die neue A-Klasse. Der Benz steht auf coole Jungs, die mit dem Smartphone in der Hand durch die Welt gehen. Denen machen seine zahlreichen Menüs, Untermenüs und versteckten Funktionen sicher auch keine Probleme – und alle anderen können ja auf die neue B-Klasse warten.


Stats

BMI Kompakt-Klasse, 4,42 Meter lang, 1.455 Kilogramm

Power 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, 7-Gang-Doppelkupplung, 165 kW/224 PS, 350 Newtonmeter

Ausdauer 6,2 Sekunden, 250 km/h

Vorlieben Benzin, 6,2 l/100 Kilometer, 36.462 Euro


Galerie

Fotos/Video: Michael Gebhardt, Mercedes-Benz