#parisercharme Mag sein, dass heutige Abiturienten und Mitzwanziger beim Namen DS nur noch an Nintendo denken. Alle anderen aber wissen gleich, um was es geht. Natürlich, die DS, die Göttin, das wohl schönste Stück französischer Automobilgeschichte, das mit so einfallsreicher wie anfälliger Technik schon zu so manchem ungewollten Rendezvous mit dem Panndienst geführt hat. Deutlich ausgereifter, aber kein bisschen weniger Formschön kommt der DS 7 Crossback, mit dem die neugegründete Nobelmarke DS Automobiles endlich ihren Durchbruch schaffen will // #39001

Body Wer heute erfolgreich Autos verkaufen will, der braucht ein SUV. Das hat zwar mit der Eleganz der einstigen DS nicht mehr viel gemein, steht in der Gunst der Käufer aber deutlich höher als ausladende Limousinen, schräge Coupés oder lustvolle Cabrios. Also wagt die junge Marke DS Automobiles bei ihrem hierzulande (in China gibt es schon den DS 6) ersten eigenen Auto keine großen Experimente, sondern setzt auf klassisches Crossover-Design. Allerdings mit Extravaganzen: Der große, vergitterte Kühlergrill und die scharfen schwenkbaren Scheinwerfer gehen noch als aktuelle Mode durch, das großflächige, rundliche Heck mit den extrem breiten Leuchten fällt aber eindeutig in die Klasse französischer Haute Couture. Die findet man auch innen wieder, mit fein verzierten Ledersesseln, ein bisschen Chrom-Chichi hier, weniger praktischen, dafür aber umso verspielteren Fensterheber-Tasten da – und einem volldigitialen Kombiinstrument mit feingezeichneten Animationen wie aus einem Dior-Werbespot.

 

Soul In Zeiten wie diesen, wo jeder Kleinstwagen schon mit farbigem Dach, Lenkradheizung und Turbo-Power bestellt werden kann, ist es gar nicht so leicht, etwas besonderes zu schaffen. Starke, aber sparsame Motoren? Pflichtübung. Ausgewogenes, adaptives Fahrwerk? Auf jeden Fall. High-End-Infotainment? Muss sein. Massagesitze, Rund-um-Schutzassistenten, Nachtsichtgerät? Sehr gerne. All das bringt der DS 7 mit und muss sich hinter der Konkurrenz ganz sicher nicht verstecken. Der eigentliche Unterschied zu Mercedes GLC, BMW X3 und Co., mit denen der Franzose gerne spielen will, liegt aber in den Details, wie zum Beispiel dem Unterbau, der nicht nur individuell einstellbar ist, sondern wie die Mercedes S-Klasse mit Hilfe einer Kamera ein Auge auf die Straße hat, damit er sich auf fiese Schlaglöcher vorbereiten kann. Und natürlich die mechanische Uhr auf dem Armaturenbrett: Die kommt nach dem Anlassen des Motors mit einer geschickten Drehung um die eigene Achse zum Vorschein und könnte so selbst James-Bond mindestens ein kleines Lächeln abgewinnen.

 

Traumtyp Jemand, der mit seinem Offroader ins Gelände will, der den Wagen durch Pfützen und Schmutz jagt und sich freut, wenn am Ende die gesamte Flanke voll Schlammspritzer ist, von dem will der DS 7 Crossback gar nichts wissen. Ausflüge in der Natur beschränken sich bittesehr auf ein Picknick im Schlosspark – ansonsten hätte man ja schließlich auch Allradantrieb verbaut. Hat man aber nicht, und beim automobilen Flanieren auf den Prachtboulveards dieser Welt ist der auch nicht von Nöten.


Stats

BMI Mittelklasse, 4,58 Meter lang, 1.500 Kilogramm

Power 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder, 8-Gang-Automatik, 165 kW/225 PS, 300 Newtonmeter

Ausdauer 8,3 Sekunden, 236 km/h,

Vorlieben Benzin, 5,8 l/100 Kilometer, 38.990 Euro

Fotos: DS Automobiles