#liebenswertschrullig Wer ist der weltgrößte Allrad-Hersteller? Falsch. Auch wenn die Audi-Mannen mit ihrem quattro-Antrieb immer mächtig auf die Werbepauke hauen, gebührt die goldenen Vierrad-Ananas Subaru. Dem kleinen, japanischen Hersteller, dessen Modelle alle ein bisschen liebenswert-schrullig aussehen und eben nahezu ausschließlich mit Allradantrieb vorfahren. Und mit Boxermotor. Eine Kombi, die auch das neue Kompakt-SUV XV zu was besonderem macht // #67001

Body Der Subaru XV ist weder das, was kleine Kinder mit ihren Buntstiften zu Papier bringen, wenn sie das erste mal ein Auto malen sollen, noch das, was der Italiener bella macchina nennt. Er ist: ein Auto. Weder besonders schön, noch besonders Nicht-Schön, mit leicht-bulliger SUV-Patina und männlichen Plaste-Planken. Aber ohne allzu viele Ecken und Kanten, an denen man sich wahlweise stören oder erquicken könnte. Um der Graue-Maus-Falle zu entkommen, bietet Subaru mehrere peppige Farben an, und in knall-orange lässt er nicht nur Niederländer jubeln, sondern ist ein erfreulicher Farbtupfer im Straßenalltag. Die dazu passenden Ziernähte im Cockpit sind für einen Japaner sogar schon fast überbordendes Lametta und rüschen auch das ansonsten unspektakulär-schwarze Cockpit mit zwei Displays in der Mittelkonsole ein bisschen auf.

Soul Die wahre Seele des XV sitzt tief unterm Blechkleid: der Allradantrieb und der Boxermotor. Abgesehen von Porsche nutzt nur noch Subaru diese teure, aber kompakte und kultiviert arbeitende Motorbauweise. Während aus Zuffenhausen allerdings Hochleistungsaggregate kommen, beschränkt sich Subaru – zumindest im XV – eher auf Brot-und-Butter-Motoren. Die übrigens ausschließlich Benzin konsumieren: Den Diesel haben die Japaner aufs Altenteil geschickt, genauso wie die Handschaltung. Auf Gedeih und Verderb sind beide Ottomotoren einem stufenlosen Getriebe ausgeliefert. Im Alltag passen der eher gemütliche XV und die Lineatronic recht gut zusammen, beim schnellen Beschleunigen aber neigt die Technik immer noch zu Übersprungshandlungen und gefühlt rennt der Motor deutlich schneller nach vorn als der Rest des Autos.

Traumtyp Mr. Schönling, der neben seinem Auto posen will, ist sicher nicht der richtige Partner für den XV. Der Japaner mag es eher bodenständig – zumindest nach außen. Insgeheim aber darf der Wunsch nach ein bisschen was außergewöhnlichem aber schon da sein, sonst wäre der Aufwand für den Boxer ja vergebens gewesen. Und die allzeit angetriebenen vier Räder bräuchte man dann auch nicht.


Stats

BMI Mittelklasse, 4,47 Meter lang, 1.439 Kilogramm

Power 2,0-Liter-Vierzylinder-Boxer, stufenloses Getriebe, 115 kW/156 PS, 196 Newtonmeter

Ausdauer 10,4 Sekunden, 194 km/h,

Vorlieben Benzin, 6,9 l/100 Kilometer, 27.980 Euro

Fotos: Subaru