#imfalschenkostüm Mit dem BMW X2 schließen die Münchner die Lücke zwischen X1 und X3 und schicken damit ein drittes SUV-Coupé ins Rennen. Coupé? Zugegeben, die stark abfallende Dachlinie sucht man beim X2 vergebens – seine größeren Geschwister X4 und X6 haben sich da deutlich körperbetonter angezogen. Und stellt man den Neuling neben seinen Technikspender X1, kommt man schnell zur Erkenntnis: Kürzere Überhänge und BMW-Logos auf den Seiten machen aus einem herkömmlichen SUV noch lange kein Coupé // #11001

Body Man könnte fast meinen, jeder müsse heutzutage ein SUV fahren, und wer sich in geistiger Umnachtung für einen Kombi oder gar eine Limousine entscheidet, muss sich fast schon rechtfertigen. Um auch alle Nicht-SUV-Fans von den Hochbeiner zu überzeugen, werden die Modelle immer außergewöhnlicher – wie der neue BMW X2. Durchgestylt, versucht der Münchner das Beste aus zwei Welten in sich zu vereinen: Praktisch wie ein SUV, formschön wie ein Coupé. Nicht der bullige Hausfrauenpanzer, der gerne vor Kindergärten die Straße blockiert, sondern ein schnittiger City-SUV mit gesteigertem Dynamik-Anspruch – so die Theorie. Klingt nach einem logischen und durchdachten Plan. Doch optisch geht das Konzept, wie bereits erwähnt, nicht ganz auf: vom Coupé ist das kleinste SUV der Bayern weit entfernt. Das Kleinste? Ja, der BMW X2 ist dank seiner reduzierten Überhänge nochmal rund acht Zentimeter kürzer als sein Technikspender, was der Parkplatzsuche in Städten zugute kommt. Apropos Einparken: Die Parkpiepser sind natürlich Serie, BMW will schließlich nicht riskieren, dass die auf den Kopf gestellte Nieren angerempelt will. Richtig gehört: Die Designer haben den markentypischen Kühlergrill beim X2 kurzerhand einfach mal umgedreht.

Soul Spätestens beim Einsteigen merkt man: Der X2 ist ein verkleideter X1 und das Cockpit kommt uns recht bekannt vor. Das stimmige Design-Paket wurde im X2-Fall durch farbige Ziernähte aufgewertet, treu geblieben sind die Münchner den analogen Rundinstrumenten. Mehr Informationen bekommen die Passagiere über ein 6,5- oder 8,8-Zoll großes Touchdisplay. Wer sich gleich zum Marktstart eines der bayerischen Life-Style-SUV-Coupés sichern will, darf aus drei Motoren wählen. Bei den Benzinern steht ein 192 PS starker Motor in den Startlöchern. Dieselmotoren gibt es gleich mit 190 und 231 PS. Krafttechnisch reicht der kleine Diesel auf jeden Fall aus und hängt viele seiner SUV-Kollegen locker ab.

Traumtyp Wer einfach nur ein kleines SUV will, der soll ruhig den günstigeren X1 kaufen. Der X2 hat’s eher auf Typen abgesehen, die immer das Neuste haben wollen oder einfach ein bisschen Abwechslung suchen, ohne die Marke wechseln zu müssen. Und sie sollten offen für neues sein: Die umgedrehte Niere und die BMW-Logos auf der C-Säule, die früher mal richtigen, großen Coupés vorbehalten waren, dürften bei Hardcore-Traditionalisten den Puls in die Höhe treiben. Apropos hart: Das Fahrwerk ist schon von Haus aus eher sportlich ausgelegt und der X2 poltert munter über Querfugen. Ältere Semester mit dem ein oder anderen Rückenleiden sollten also vielleicht die Finger von ihm lassen. Sicher, jeder möchte wieder jung sein, doch ein BMW X2 könnte ähnlich peinlich werden, wie das blondieren der Haare mit über 50.


Stats

BMI SUV-Coupé, 4,36 Meter lang, 1.470 Kilogramm

Power 2,0-Liter-Vierzylinder, 8-Gang-Automatik Steptronic, 140 kW/190 PS, 400 Newtonmeter

Ausdauer 7,7 Sekunden, 221 km/h

Vorlieben Diesel, 4,6 l/100 Kilometer, 43.080 Euro

Fotos: BMW, Jo von Lange