#viergewinnt Kauft man sich einen Jaguar F-Type, weil man auf der letzten Rille über alpine Serpentinen heizen will? Oder um entspannt am Strand entlang dem Sonnenuntergang entgegen zu cruisen? Wer letzteres will, bekommt den kleinen Briten jetzt mit einem neuen Vierzylinder, der immer noch mehr als genug Muskeln hat. Aber dafür weniger Durst // 41001

Body Ein Vierzylinder ist in einem Sportwagen sicher nicht der Traummotor schlechthin. Allerdings sind 300 Turbo-PS aus zwei Litern Hubraum eine klare Ansage. Und: Nur echte Jag-Fans sehen dem Kätzchen an, dass es seine Kraft nicht aus sechs oder gar acht Töpfen schöpft. Einzig die einflutige Abgasanlage mit mittigem Endrohr gibt den Vierzylinder als solchen zu erkennen. Ansonsten kommt die F-Type P300 getaufte Basis-Version genauso knackig daher wie seine potenteren Geschwister: Nicht übertrieben aufgepumpt, aber die Muskeln sieht man trotzdem unter dem perfekt sitzenden Anzug. So wie bei Felix Neureuther, zum Beispiel.

Soul Mit seinem kaputten Knie hätte das Ski-Ass im F-Type allerdings wenig Freude: Innen geht’s ziemlich eng zu, und wer entweder einfach recht groß ist, oder nicht besonders beweglich, tut sich schwer mit dem Einsteigen, Aussteigen und Sitzen. Zumindest nach oben gibt es eine Lösung: Das Cabrio bestellen, Dach aufmachen und Kopffreiheit und frische Luft genießen. Das geht auch mit dem Einstiegs-Modell P300 ausgezeichnet: Die serienmäßige Achtgang-Automatik verwaltet die Kraft mit ruhiger Hand und macht den Jag zum sportlichen Cruiser. Und dank des neuen 10-Zoll-Infotainmentsystems ist auch die passende Musik zum Dahingleiten schnell ausgewählt.

Auch wenn ihm manchmal die Souveränität der Sechszylinder und erst recht der massive Druck der V8-Modelle fehlt: Im Sportmodus und spätestens ab 3000 Touren legt sich auch das kleine Aggregat mächtig ins Zeug und  mit seiner superpräzisen Lenkung überzeugt holt der kleine F-Type in der Kurve locker zu manch stärkerem Mitbewerber auf. Und: Für einen Vierzylinder klingt der Motor auch noch ausgesprochen kernig – und er ist um einiges sparsamer als seine großen Brüder. Wenngleich auch hier immer noch locker zwölf Liter durch die Benzinleitung rauschen…

Traumtyp Der Jag will jemanden, der sich wirklich für ihn interessiert. Wer einfach nur ein kleines Coupé will, oder einen Roadster, der soll zu Audi gehen und den TT bestellen. Oder den SLC bei Mercedes. Der F-Type aber weiß, dass er ein bisschen besonders ist: Er sieht schnittiger aus, er ist den meisten Mitbewerbern in Sachen Handling überlegen – und er ist exklusiver: Zwar haben sich immerhin gut 1.300 Kunden vergangenens Jahr hierzulande für den kleinen Briten entschieden, die deutschen Premium-Mitbewerber schicken allerdings ein Vielfaches davon auf die Straße.


Stats

BMI Roadster, 4,48 Meter lang, 1.545 Kilogramm

Power 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder, 8-Gang-Automatik, 221 kW/300 PS, 400 Newtonmeter

Ausdauer 5,7 Sekunden, 250 km/h,

Vorlieben Benzin, 7,2 l/100 Kilometer, 66.200 Euro

Fotos: Jaguar, Michael Gebhardt