#kannmanlümmeln Porsche zieht den Panamera in die Länge, und lädt zum lässigen Lümmeln im Fond ein. Ab sofort ist im Executive-Modell sogar Platz für den umweltfreundlichen Plug-in-Hybrid-Antrieb.

   Los Angeles/USA. Sie sind heiß, und immer eine Sünde wert: Auszogne. Nein, nicht was Sie jetzt denken. Hier geht’s nicht um gestandene Münchner, denen die Lederhosen abhanden gekommen sind.   Sondern um das wohl leckerste Hefegebäck südlich des Weißwurstäquators. Ihren Namen haben die in viel Fett ausgebackenen Küchlein auch nicht davon, dass sich der Konditor vor dem Backen auszieht. Sondern der Teigklumpen wird ausgezogen, also aus-ei-nan-der gezogen – damit die Mitte schön dünn wird.

   Die besten Auszognen gibt’s in München nahe dem Viktualienmarkt, im Café Frischhut. Die Schmalznudel, wie das kleine Kaffeehaus liebevoll genannt wird, zieht nicht nur Einheimische an, sondern auch ganz viele Touristen. Vor allem Chinesen, die sich zwar nicht unbedingt daran trauen, den warmen, gezuckerten Gaumenschmaus zu verkosten; dafür aber ihre Nase am Fenster zur Backstube platt drücken und umso mehr Fotos machen.

car-men-magazin-porsche-panamera-executive-12

   Bei anderen Auszognen sind sie dagegen weniger zögerlich. Geht es um Autos, kann der Radstand nicht groß genug sein. Erstaunlich, denn wenngleich das Reich der Mitte wächst und wächst, ist der einzelne Chinese doch eher kleingewachsen. Aber: Er lässt sich nunmal gerne fahren. Und wer gefahren wird sitzt hinten. Und wer hinten sitzt, braucht eben Platz. Punkt.

   So arbeiten vor allem die deutschen Premium-Hersteller mit Hochdruck daran, immer mehr Modelle als XL-Version nach China zubringen. Was in der Oberklasse längst zum Standard gehört, ist inzwischen auch bei Mercedes E-Klasse, BMW 5er oder Audi A6 Gang und Gäbe. Sogar der 3er und die C-Klasse fahren mittlerweile als Chauffeurs-Limousine durch Peking und selbst den X1 hat BMW für China auszogen.

car-men-magazin-porsche-panamera-executive-07

   Seit einiger Zeit mischt am Markt der langen Dinger auch Porsche mit. Schon den alten Panamera haben die Zuffenhausener irgendwann mal verlängert. Und nur kurze Zeit nach dem Start der zweiten Generation geht bald auch die neue Executive-Version ins Rennen. Mit 15 Zentimeter mehr Radstand, die zum Großteil den Fondgästen zu Gute kommen und auch ein bisschen auf den Gepäckraum einzahlen.

   Premiere feierte der Chauffeurs-Porsche dieser Tage auf der Los Angeles Auto Show, wo wir zwar noch nicht damit fahren, aber schonmal Probesitzen konnten. Bereits beim normalen Panamera staunt man nicht schlecht, wieviel Platz sich unter dem sportlichen Blechkleid offenbart. Doch in der Langversion können sogar große Kerle lässig lümmeln. Das perfekte China-Auto also?

car-men-magazin-porsche-panamera-executive-01

   Denkste! Denn so einfach tickt der Chinese eben doch nicht. Zwar sitzt er in der Regel gerne hinten rechts und streckt die kurzen Beine aus. Aber doch nicht bei einem Porsche. „Der Panamera“, erklärt unser Entwicklungsleiter Dr. Gernot Döllner in LA, „ist auch in China ein Auto für Selbstfahrer.“ Und die brauchen den langen Radstand nunmal nicht unbedingt. „Insgesamt ist das Verhältnis von Kurz zu Lang bei uns genau andersrum als üblich“, so Döllner. „S-Klasse, 7er und A8 laufen zu 85 Prozent als Langversion vom Band. Beim Panamera sind es nur 15 Prozent.“

   Diese 15 Prozent der Kundschaft aber will Porsche natürlich nicht vergraulen und hält deshalb auch in der zweiten Panamera-Auflage am Executive-Modell fest. Und Döllner wird nicht müde zu betonen, dass das Plus an Länge nichts an den dynamischen Talenten ändert: „Der Panamera ist und bleibt die sportlichste Limousine. Auch mit dem Executive kann man Bestzeiten auf der Nordschleife einfahren!“ Und im Alltag dürfte er ohnehin keine Probleme machen: „Länge läuft bekanntlich“, zitiert der Chef-Entwickler eine alte Autobauer-Weißheit.

car-men-magazin-porsche-panamera-executive-06

   Bei Porsche sind sie zurecht unheimlich stolz darauf, welchen Spagat der Panamera meistert: Reinrassiger Sportwagen für die Rundstrecke und Reiselimousine für vier Personen in einem Auto vereint, das grenzt schon fast an Ingenieurs-Magie. Doch damit nicht genug: In Zukunft kann man sich sogar mit grünem Gewissen chauffieren lassen! Erstmals nämlich ist auch der Plug-in-Hybrid, der mit der giftig grünen Bremsanlage, in der Langversion erhältlich.

   Wenn James seinen rechten Fuß unter Kontrolle hat und die 462 Pferdchen unter der Haube nicht aus der Reserve lockt, schafft der lange Teilzeit-Stromer gut 50 Kilometer, ohne einen Tropfen Benzin zu verbrennen. Weit genug, um während der Reise den sperrigen Namen Porsche Panamera 4 E-Hybrid Executive problemlos auswendig zu lernen.

Fotos: Hersteller