#kannmananschauen Das Familienunternehmen Frey in Augsburg hat sich 1978 als Vertragshändler an Mazda gebunden – und sich der Marke mit Haut und Haaren verschrieben: Walter Frey und seine Söhne Joachim und Markus sind mindestens so begeisterte Mazda-Sammler wie -Verkäufer. Jetzt machen sie ihre Leidenschaft für die Öffentlichkeit zugänglich: Seit Frühjahr 2017 betreiben sie neben ihren drei Autohäusern auch ein Museum // Klassiker

   Augsburg. Vier Jahre lang hat es gedauert, das alte Backsteingebäude in das erste und einzige Mazda-Museum außerhalb Japans zu verwandeln. Jetzt können in einem unter Denkmalschutz stehenden Ex-Straßenbahndepot am Rande der Augsburger Innenstadt die automobilen Schätze aus sieben Jahrzehnten bewundert werden. Dort, wo früher Trambahnen aufgereiht waren, stehen derzeit 45 Fahrzeuge – umgeben von Foto-und Informationstafeln.

Nach einen Gang durch die Halle ist schnelle klar, dass die Leidenschaft der Augsburger Mazda-Aficionados keine Grenzen kennt: Modelle, die zeigen, welche Entwicklung die Marke auf dem deutschen Markt durchlaufen hat, teilen sich die 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit Mazda-Klassikern, die zum Beispiel nur in Japan oder den USA verkauft wurden, und echten Exoten.

Das Spektrum reicht von Design-Ikonen wie dem Luce über Dreiräder, Großserienmodelle, Sportwagen bis hin zu Kuriositäten. Jedes der im Mazda-Museum präsentierten Mobile ist eine Augenweide, liebevoll restauriert, tadellos in Schuss und, wie die Museumsgründer glaubhaft versichern, fahrbereit. Die Zusammenstellung der Schaustücke ist variabel: Rund 70 weitere Mazda haben die Freys noch auf Lager.

Am meisten Spaß macht es, die Autos zu betrachten, wenn einer der Freys daneben steht und erzählt, wie sie nach Augsburg gelangt sind. Denn das Museum ist auch ein Sammelplatz von Geschichten und Histörchen. Zu erfahren, wo das Schätzchen entdeckt wurde, auf welchen verschlungenen Pfaden und – bei einigen – in welchem, manchmal höchst derangierten Zustand es ins Land kam, verleiht der Museumstour eine außergewöhnliche Würze.

Beispielsweise die Geschichte des giftgrünen Pathfinder, eines „in überschaubaren Stückzahlen“ in Burma (heute Myanmar) produzierten Geländewagens, dem anfangs der Motor fehlte, weshalb Walter Frey den damaligen deutschen Botschafter vor Ort um Hilfe bat. Vergebens, worüber sich Frey Senior noch heute empört und was er seinerzeit mit deftigen Worten kommentiert hat. Einen passenden Motor – das ist klar – hat der inzwischen 73-Jährige dennoch aufgetrieben.

Einen der kleinsten Mazda in der Sammlung wiederum hatte er mit der Zusicherung, es handle sich um ein gut erhaltenes Exemplar, unbesehen erworben. Was ankam, war besserer Schrott „und der Motor lag auf dem Sitz“. Den Verkäufer habe seine Beschwerde jedoch nicht in Verlegenheit gebracht, erzählt Walter Frey. Er konterte kühl mit der Frage, ob er, Frey, denn je ein Fahrzeug dieses Typs in besseren Zustand gesehen habe. Was nicht der Fall war. Doch: Der 1962 gebaute Kleinwagen, der damals so jämmerlich daherkam, ist inzwischen ein Schmuckstück der Sammlung.

Etwas Besonderes sind auch die bei Freys untergekommenen Modelle mit Wankel-Antrieb. Nicht nur Mazda, sondern auch der Augsburger Vertriebspartner, das wird im Gespräch schnell klar, hat ein ausgeprägtes Faible für die in Deutschland erfundenen, von den hiesigen Fahrzeugherstellern aber bald schon ad acta gelegten Kreiskolbenmotoren. Mazda, das 1920 gegründete Unternehmen, das zunächst mit Autos überhaupt nichts zu tun hatte, sondern bis 1931 Korkersatz herstellte, hat ihn hingegen über Jahrzehnte hinweg stetig weiterentwickelt und ihn auch immer wieder in Serienmodellen eingesetzt, zuletzt im Sportwagen RX-8.

In der Freyschen Sammlung findet sich Felix Wankels ebenso geniales wie im Detail problematisches Antriebskonzept aber auch in einem Pickup und einem 13-sitzigen Reisebus – Walter Freys „absolute Nummer eins in der Sammlung“. Gleich danach kommt der RX-7 Turbo, das Privatauto des Erfinders, das dieser einst von Mazda geschenkt bekam.


Galerie

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Museums-Infos:

Mazda Classic – Automobil-Museum Frey
Wertachstraße 29b, 86153 Augsburg

Tel. +49.(0)821.42060.730
E-Mail: info@mazda-classic-frey.de
Web: www.mazda-classic-frey.de

Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr

Fotos: Mazda