#kannnichtjederfahren Seit Jahrzehnten lässt der Mazda MX-5 Roadster-Fan-Herzen höher schlagen, und kaum einer, der den japanischen Zweisitzer nicht irgendwas zwischen cool und süß findet. Und ja: Der MX-5 macht richtig Spaß. Vorausgesetzt, man passt rein // Ausfahrt

   München. Das Reinpassen zumindest ist mit knapp zwei Metern Länge nicht mehr der Fall. Erst recht, wenn das MX-5-Dach zu ist. Dann muss man sich durch einen engen Ausschnitt ins Cockpit quetschen, und irgendwie versuchen, das rechte Bein an dem nicht gerade kleinen Lenkrad vorbei zu bringen. Gerade hinsetzen? Geht nicht, auf jeden Fall nicht, ohne die Frisur am Dachhimmel zu zerstören. Also runter mit der Stoffmütze – dann ist im übrigen auch das Aussteigen deutlich einfacher.

Das Öffnen gen Himmel funktioniert im MX-5 erfreulich unprätentiös: Entriegeln, und mit einer lässigen Handbewegung nach hinten werfen. Dann noch einmal kurz drauf drücken, damit die Stoffmütze hinter den Sitzen einrastet, schon steht dem Open-Air-Vergnügen nichts mehr im Weg. Umgekehrt geht’s übrigens ähnlich einfach, und zumindest wer lange Arme hat – ja, hier sind die Großen mal im Vorteil – kann während der Fahrt locker nach hinten greifen und mit einer schwungvollen Ausholbewegung das Dach wieder nach vorne holen. Aber Vorsicht: Sitzt der Beifahrer gerade mal aufrecht, passiert es leicht, dass man ihm den mit Querstreben versteiften Hut etwas unwirsch auf den Kopf haut.

Aufrechtsitzen ist aber auch auf dem Beifahrerplatz nicht immer ganz einfach, schließlich ist der Fußraum eng, und auch auf der rechten Seite lassen sich lange Beine nicht problemlos verstauen. Und das Gepäck? Das Thema überspringen wir einfach. Niemand möchte bei der 130-Liter-Luke ernsthaft von einem Kofferraum sprechen. Im Grunde kann man in den MX-5 genauso viel Ladung mitnehmen, wie als Handgepäck ins Flugzeug darf. Bei einer Billig-Fluglinie, wohlgemerkt. Das Carry-on-Luggage selbst muss im Mazda noch deutlich zierlicher ausfallen: Vorne eine kleine Ablage, in die gerade so ein Smartphone passt, wenn es nicht gerade ein Plus-iPhone ist. Zwar gibt es hinter den Sitzen noch ein kleines Handschuhfach, ohne Verrenkungen oder akrobatenhafte Beweglichkeit bringt man da aber nichts rein, und auch die beiden Cupholder an der Armlehne können kaum zweckentfremdet werden.

Doch das stimmt nicht. Im Gegenteil: Ich mag ihn, sehr sogar. So sehr, dass ich mich ziemlich ärgere, dass ich nicht reinpasse – und mir von meinen Kollegen vorschwärmen lassen musste, wie toll der Wagen doch fährt. Welch direkten Kontakt der wendige, nicht gerade weich gefederte Japaner zur Straße hat, wie knackig der Schalthebel durch die sechs Ganggassen flitzt, wie präzise die Lenkung den Roadster dirigiert.

Und erst recht beim Motor kommt das Redaktionsteam (abgesehen von mir) ins Schwärmen: Nur zwei Liter Hubraum stecken und der mittlerweile recht scharfkantigen Motorhaube der neuesten MX-5-Ausgabe, die mit 160 PS gerade mal genug Leistung ausspucken, um einen Mittelklassekombi einigermaßen akzeptabel zu bewegen. Der Mazda ist aber kein Familienauto, und nicht zuletzt der bereits erwähnte Verzicht auf Platz geht mit einem äußerst niedrigen Gewicht einher. Gerade mal eine gut Tonne will bewegt werden, soviel, wie Kompaktklasse-Autos in den 90er Jahren wogen.

Kein Wunder, dass der (gottseidank!) nochfrei atmende Mazda-Motor jedem Gasstoß entgegen fiebert, und, senkt sich der rechte Fuß endlich, himmehochjauchzend los galoppiert. Mag sein, dass ihn anderen auf der Autobahn abhängen; schließlich ist bei 214 km/h Schluss. Und es gibt freilich auch einige, die in weniger als 7,3 Sekunden auf Tempo 100 kommen. Aber es gibt nur wenige Autos, mit denen das wilde umherwirblen im Stadtverkehr, die jagd nach jeder freien Lücke, der flockige Kavalierstart an der Ampel so viel Spaß macht, wie mit dem MX-5. Sagen die anderen.

Fotos: Mazda