#kannherzenerobern Ein Kurztrip in die Toskana dürfte, spätestens seit Caterina Valente uns in den 50ern aufforderte, ein bisschen mit nach Italien zu kommen,  für viele in die Kategorie Traumurlaub fallen. Und ein knallgelber Audi TT Roadster gehört ganz klar in die Klasse der Traumautos. Wenn beides zusammen kommt, steht dem perfekten Romantik-Roadtrip eigentlich nichts mehr im Weg // Reise

   Toskana. Ich sage es gleich vorweg: Von Autos habe ich nicht viel Ahnung. Ich begegne den blechernen Geschöpfen auf vier Rädern genauso, wie sonst auch allem in meinem Leben: von der emotionalen Seite. Manche haben eine Seele, andere einen tollen Hintern, wiederum andere sind an Behäbigkeit nicht zu überbieten. Fernab von Preis, Leistung und Herkunft bringe ich so meine persönliche Ordnung in die Autowelt, freue mich etwa über einen Porsche 911 Targa, leide gemeinsam mit Kollege Hendrik beim Design des neuen Audi A8, und versuche in einem vorbeifahrenden BMW i8 einen Blick auf Batman zu erhaschen. So wie der E-Flitzer aussieht, sitzt der da nämlich bestimmt drin!

Ähnlich emotional aufgeladen ist für mich der Audi TT Roadster. Und scheinbar stimmen mir hier viele zu: Bei unserer Tour von München aus, über die Alpen, durch Norditalien bis nach Florenz und tiefer in die Toskana schlug uns und unserem gelben Flitzer Amore pur entgegen. Vespas drängelten nicht, sondern fuhren höflichst an uns vorbei, der Car-Boy im Hotel entstieg dem Wagen nach erfolgreichem Ausparken mit einem Grinsen und rief uns „Bella Maccina“ hinterher, und so manche Gruppe am Straßenrand folgte uns verliebt und gedankenverloren mit ihren Blicken, wenn wir besonders langsam um die engen Ecken in Florenz kurvten.

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Doch von Anfang an: Sechs Tage lang einfach mal dem Alltag entfliehen, ab in den Süden. Und das in einem TT Roadster in knallgelb. Während der eine noch die Garderobe der Wagenfarbe anpassen musste, suchte der andere den passenden Soundtrack raus. Beides wäre unnötig gewesen. Denn kaum sitzt man in dem Zweisitzer, spielt der Wind die schönste Musik und die Sonne macht jedes Tank-Top überflüssig. Jedoch nicht die Sonnencreme. So verführerisch das Sportcabrio auch ist: Man sollte sich nie von ihm dazu verleiten lassen, das T-Shirt von sich zu reißen und sich der Sonne Italiens auszuliefern. Sonst passiert nämlich genau das, was schon in alten Uschi-Glas-Familienfilmen in den 60er passiert ist: Irgendwann steigen alle Beteiligten aus dem Gefährt und leuchten wie die zwar wenigen, aber knallroten Ampeln Italiens. Eines unserer beiden Ziele – die Toskana kennenzulernen. und eine gesunde Hautfarbe zu erlangen – hatten wir also schon nach ein paar Stunden Fahrt von München nach Florenz erreicht.

 

Doch die Mischung macht es eben: Der italienische Fahrtwind und der extrem gemütliche – ja, tatsächlich! – und chillige TT Roadster ergeben eine Stimmungen an Bord, die entspannender, relaxtet und lebensfreudiger kaum sein könnte. Auch auf acht Stunden langen Fahrten! Der Wagen ist eng geschnitten, trotzdem passen zwei deutlich-über-1,80-er bestens rein. Viel Gepäck sollte man allerdings nicht mitnehmen, und das wenige schön flach drücken, damit am Ende auch noch die Kiste Rotwein bequem mit in den Kofferraum passt.

 

Apropos Bequemlichkeit: So entspannt der das Dahingleiten mit dem TT auch ist. Manchmal fehlte mir als Fahrer schon ein bisschen der Wumms, der in Italien ganz verbotene Dinge erlauben würde – etwa mal in Sekundenbruchteile auf unzüchtige 140 km/h und höher zu beschleunigen. Doch damit der 1.8er TSI beim Gasgeben nicht nur sympathisch röhrt, sondern auch für vehementen Vorwärtsdrang sorgt, muss man den rechten Fuß schon recht weit senken und auch eine kleine Gedenksekunden in Kauf nehmen, bis der Turbolader weiß, was zu tun ist. Ein Nachteil gegenüber dem deutlich stärkeren TT S? Nicht wirklich, denn in den Cabrio-Rausch kommt man auch mit der kleinen Motorisierung.

Da helfen ohne Frage auch Luxusaccessoires wie Nacken- und Sitzheizung, die, man mag es kaum glauben, auch unter Italiens heißer Sonne zum Einsatz gekommen sind und für das i-Tüpferl beim Cruisen gen Süden gesorgt haben. Schließlich wird es auch in Bella Italia abends mal frisch, wenn man offen von der Trattoria nach Haus cruist.

 

Spätestens in Florenz ist es mit dem Cruising-Spaß allerdings vorbei. Das Navigationssystem, das uns tadellos und im Widescreen-Modus zielgenau vors Hotel lotse, hatte für alles eine Lösung – nur für die irgendwann wirklich engen Straßen nicht mehr. Da muss man dann durch. Und ich bin stolz, dass keine der edlen Alufelgen irgendwann einmal den Bordstein geküsst hat – auch wenn Italien das Land der Liebe ist.

Dass nicht nur die Bordsteine in Florenz Angst machen können, haben wir dann im Hotel Monna Lisa – nein, kein Schreibfehler! – erfahren dürfen. Die Perle in Florenz, wie uns gleich mehrere Reiseführer Glauben machen wollten, überzeugt durch Opernsänger an der Bar und Bilder der Mona Lisa mit Joint im Mund. So blieb der einzige Lichtblick in diesem American-Horror-Story-Haus unser gelber TT auf dem hauseigenen Parkplatz. Wie wir auf dieses nur wenige Quadratmeter große Stück Erde gelangt sind, bleibt allerdings unser Geheimnis.

 

Weiter ging es im gelben Flitzer nach Lucca, wo uns trotz Schweißperlen auf der Stirn und mittlerweile schockierend-roter Hautfarbe im großartigen Hotel Ilaria & Residenza dell’ Alba – als hätten sie dort von unserer Mona-Lisa-Odysse gewusst – die Präsidentensuite angeboten wurde. Solch Glück widerfährt einem wahrscheinlich nur, wenn man im TT anrauscht und dem Parkwächter damit ein breites Grinsen entlockt.

Die folgenden Tage haben wir entsprechend tagsüber in Sportsitzen und nachts im präsidialen Bett genossen. Während letzteres jedoch dafür sorgte, dass man manchmal verloren ging, fiel uns im TT hingegen etwas auf, was in Auto-Tests bisher so noch nie erwähnt worden sein dürfte: Wir nennen es den N-Factor. Wobei N für ‚Nähe“ steht. So manches Geschoss durfte ich schon lenken – so nah war ich dem Beifahrer bisher jedoch nie. Und wenn das wohl angebracht sein dürfte, dann auf einer Fahrt durch die Toskana.

 

Sie sehen, ich komme von den Emotionen nicht los. Der kecke Hintern mit dem vollkommen unnötigen, ausfahrbaren Spoiler darauf, der neben dem Showeffekt keinen weiteren haben dürfte; das tiefliegende Fahrgefühl, der ständige Wind in den Ohren – all das trifft ins Herz. Nichts anderes will einem der TT Roadster bieten – das mag seinen Preis haben, aber ist im Gesamtpaket so überzeugend, dass ich den TT Roadster nach Rückkehr in den Job gleich in der ersten Stunde Büro online konfiguriert habe. In gelb.

 

Fotos: Audi, Sebastian Oelschlegel