#täuschendschnell Kann man ein SUV für die Rennstrecke bauen? Ja, genau dafür! Das sagt Alfa Romeo und präsentiert mit dem Stelvio Quadrifoglio sein kräftigstes Geschöpf. Für die Italiener ist die Sache klar: Als Marke mit Rennsportgenen fühlt man sich dem sportlichen Fahren verpflichtet und baut deshalb das schnellste und leistungsstärkste SUV in seinem Segment. Ein Spielzeug mit reichlich technischen Rafinessen und definitvem Grinsefaktor. // #44001

 

 

Body Der Stelvio in der Quadrifoglio Version ist ein typischer Alfa Romeo. Eitel bis in die Diffusorspitzen, vollblütig italienisch, zeigt er sich mit einem kräftig voluminösen Hintern. Und das darf hier nicht als Beleidigung verstanden werden, angesichts der ebenso kräftigen Schultern und seinem fokussierten Blick nach vorn. So sehr wir diese Figur von seinem etwas zahmeren Bruder ohne das vielsagend schmückende Kleeblatt schon kennen – der Quadrifolgio bleibt äußerlich mit Statements zurückhaltend – so sparsam ziert er sich auch im Innenraum mit sportlichem Equipment, wo der rote Startknopf am Lenkrad wohl das überzeugenste Merkmal darstellt. Ein Wehrmutstrtropfen darf erwähnt sein: seiner Schwester, der Giulia, stehen die vollen Rundungen so vorzüglich, dass man fast vollends ihren weiblichen Reizen erliegen möchte. Der Stelvio zeigt zwar Kraft, aber der Duktus einer gewissen Behäbigkeit bleibt, wohl wegen seines SUV-Packages, trotz intensiven Sprinttrainings bestehen.

 

Soul Seine technische Basis kommt von der Giulia und schon die macht aus ihrer innigen Liaison mit dem Rennsport keinen Hehl. Beste Vorraussetzungen für den Bruder. In der Tat, an Leistung können dem aufgepumpten Italiener nur der Mercedes GLC 63 oder Porsches Cayennes Paroli bieten. Letztere spielen allerdings in einer ganz anderen Liga, was den Stelvio fast zum Apex seiner Klasse und für den ein oder anderen sportlichen Jungspund mit Familienambitionen umso reizvoller machen dürfte. Reicht da die schiere Leistung nicht, so wird die Liste der technischen Rafinessen ihr Übriges tun. In der Tat, wie in einem hitzigen Tango steuern wir den Quadrifoglio mit mächtig Gasdruck über den veregneten Circuito Ascari in Südspanien und erleben das Spiel von leidenschaftlichen Ausbruch und souveräner Kontrolle. Jeden feuchtnass provozierten Drift auf Ascaris technisch engen Schickanen schiebt die Fahrelektronik kurzerhand mit kalter Präzision wieder auf Spur. Der Quadrifoglio kommt mit feinsten, sportlich optimierten Fahrwerkssystemen und einem vor zügellosem Leistungswillen blubbernden Racemodus mit adaptiven ESP und ABS. Das Drehmoment des dreiliter V6-Biturbo wird dabei auf alle vier Räder gebracht und durch ein ZF-Automatigketriebe abgestimmt.

 

Traumtyp Benutz mich, liebe mich, ertrage mich! Der Stelvio Quadrifoglio kann alles, was ein italienisches Beziehungsdrama zu bieten hat. Und in der Tat, ein Alfa Romeo ist eine Herzensentscheidung für die man stark sein muss. Denn die kräftige Portion Leistung wird sich im Alltag kaum spielen lassen können. Dafür muss man den Stelvio zwangsläufig ausführen. Wer sich mit dem Kleeblatt schmücken will, sollte mit seinem Temperament umgehen können und selbstbewusst genug sein, das auch nach außen verkünden zu wollen. Denn der Stelvio wird auffallen -schon allein wegen seines röhrenden Aufheulens beim Ampelstart. Und als echter Italiener weiß er, was er erwarten darf. Dieses Auto will professionell benutzt werden. Dafür bekommt man aber auch eine Performance, die Affairen mit den meisten anderen SUV wie gewöhnlichen Feierabendsex aussehen lassen.

 


Stats

BMI SUV, 4,7 Meter, 1.905 Kilogramm

Power 2,9-Liter-V6-Biturbo, 8-Gang-Automatikgetriebe, 375 kW/510 PS, 600 Newtonmeter

Ausdauer 3,8 Sekunden, 283 km/h

Vorlieben Benzin, 9l/100km, 75.200 Euro

 

Fotos: Hendrik Terwort, Alfa Romeo