#kannsauberfahren Was könnte ein besseres Auto für die Stadt sein als ein Smart? Er findet überall einen Parkplatz und lässt sich gefühlt auf der Stelle wenden. Doch auch die kleinen Autos machen Dreck, und über kurz oder lang werden die Städte damit ein großes Problem haben. Stichwort: Feinstaubbelastung! Spätestens dann schlägt die Stunde der leise sumsenden Elektro-Autos. Das Smart schon heute für morgen gerüstet ist, zeigt unsere Runde mit der neuen Electric-Drive-Generation // Ausfahrt

   Miami, USA/ Toulouse, Frankreich. Wenn es von heute auf morgen heißt: Verbrenner-Tabu-Zone in der Innenstadt, dann darf der Smart weiterfahren. Zumindest die Modelle, die mit Elektro-Motor ausgestattet sind. Und das geht in der neuen Generation erstmalig nicht nur mit dem ForTwo und dem Cabrio, sondern auch mit dem ForFour. Der viersitzige Sumser verfügt zwar über fünf Kilometer weniger elektrische Reichweite, kommt also nur 155 Kilometer weit; doch in der Praxis dürfte der Unterschied zu seinen kleinen Brüdern nicht auffallen. Mit beiden sollte man rund 120 Kilometer zurücklegen können, bis man den Smart wieder verkabeln muss.

   Die Reichweite mag auf den ersten Blick immer noch winzig daherkommen, und andere Anbieter, wie jüngst Opel mit dem Ampera-E, wuchern mit über fünfhundert und mehr Kilometern. Aber: Die meisten Autofahrer legen am Tag ohnehin maximal 60 Kilometer zurück, viele davon deutlich weniger. Der Weg zur Arbeit, zum Kindergarten, zum Musikunterricht, lässt sich also locker mit einer Ladung bewältigen.

Und da der Smart in der Regel eh als Zweitwagen gekauft wird, steht auch einem weiteren Ausflug nichts mehr im Wege. Dann kann er in der Garage an der Steckdose eine Pause einlegen, während der gute alte Verbrenner – oder vielleicht ein Plug-in-Hybrid – den Ausflug zur Oma antritt. An der Haushaltssteckdose angeschlossen dauert es rund sechs Stunden, bis der 17,6-kWh-Speicher zu 80 Prozent aufgeladen ist. Gönnt man sich den hauseigenen Schnelllader, ist der gleiche Ladezustand in 45 Minuten erreicht.

   Erstaunlich: Gestartet wird das Zukunftsautos nicht per Sprachbefehl, Tastendruck oder Blickkontakt, sonder ganz altmodisch mit dem Zündschlüssel. Sogar der Motor-Anlass-Dreh muss erfolgen – doch bleibt es danach Still. Lediglich an den Anzeigeinstrumenten erkennt man, dass der Smart betriebsbereit ist. Den Wahlhebel auf D gestellt und schon kann der elektrische Ritt losgehen. Angetrieben wird der Smart von einem 81 PS starken Motor, der gefühlt deutlich mehr Power an die Räder schickt, als das Papier bezeugt.

Rund 4,9 Sekunden benötigt der E-Smart, um in der Stadt zu schnell zu fahren; auf Tempo 100 stromert der Mini-Benz in elfeinhalb Sekunden. Typisch E-Motor geht ihm der flotte Ampelstart ebenso leicht von den Reifen, wie das zackige Überholen des Schleichers, der gefühlt immer vor einem fährt. Einmal kurz das Strompedal gedrückt, schon wird man etwas mehr mit den Sitzen verbunden und zieht, begleitet von einem hohen, sumselnden Ton, an den anderen vorbei. Vorteil Smart ED: Da die Batterie mittig unter dem Fahrzeug angebracht ist, ist die Straßenlage im Stromer deutlich angenehmer als im herkömmlichen Smart!

   Bleibt die Frage: ForTwo oder ForFour? Der Zweisitzer ist auf jeden Fall der wendigere und tut sich noch leichter bei der Parkplatzsuche. Der 80 Zentimeter längere Forfour hingegen bietet die Möglichkeit, noch weitere Personen mitzunehmen. Doch eigentlich möchte niemand im Viersitzer auf der hinteren Platzreihe sitzen. Man weiß beim besten Willen nicht, wo man die Beine unterbringen soll und auch nach oben ist der Raum mehr als nur begrenzt. Im Idealfall dient die Rückbank also als Gepäckraumerweiterung. Dann passen nämlich bis zu 975 Liter in den großen Smart. Doch wer macht schon mit dem Smart einen Großeinkauf? Unser Tipp: Der Zweisitzer reicht voll und ganz. Und nur er ist als Cabrio erhältlich – und das setzt dem Stromgenuss noch das Krönchen auf. Oder besser ab.

Fotos: Smart