#kanngutgefallen Ibiza ist eine Mittelmeer-Insel, die auf kleiner Fläche alles vereinigt, was Urlauber mögen: Sandstrände, große und kleine Buchten, Felsküsten, Wälder, Felder, rundherum türkisfarbenes bis tiefblaues Wasser, tagsüber viel Sonne plus blitzblauen Himmel, abends bilderbuchreife Sonnenuntergänge. Ähnlich viel hat der gleichnamige Seat Ibiza zu bieten, wenngleich seine Reize anderer Natur sind und sich in einem wesentlichen Punkt auch sonst vom Inselangebot unterscheiden // Ausfahrt

   Ibiza, Spanien. Während jeder, der einen Flug nach Ibiza bucht, das schöne Beiwerk kostenlos genießen kann, sofern ihm der Sinn danach steht, sind viele der attraktiven Zutaten in der Insel auf Rädern nicht im Pauschalpreis enthalten, sondern verursachen Extra-Kosten. Darin gleicht das Seat-Erfolgsmodell den großen Diskotheken und Clubs, für die Ibiza berühmt ist, und die von der Hippie-Bewegung inspirierte ibizenkische Adlib-Mode.

Frei übersetzt heißt das: Kleide dich so, wie es dir beliebt. Seat hat dieses Konzept auf die fünfte Generation des Ibiza übertragen. Die Kundschaft kann künftig mehr denn je das schnittige Blechkleid des kompakten Spaniers nach eigenem Gusto und Schönheitsideal ausgestalten.

Mit ein paar Unterschieden: Die Farbe Weiß, typisch für die Ibiza-Gewänder, ist nur freilich eine unter zehn wählbaren – aber immerhin eine von zweien, die aufpreisfrei verfügbar sind. Und die für luftig-leichte Adlib-Bekleidung typischen Rüschen, Spitze und Stickereien setzen die Auto-Modeschöpfer verständlicherweise auch nicht ein. Sie hübschen das Produkt statt dessen mit technischem Zierrat auf, den – nicht nur – Männer mögen: Einem Acht-Zoll-Bildschirm beispielsweise, einer Induktionsschale, die dafür geeignete Smartphones ohne Kabelverbindung lädt und mit Diensten wie Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link, die den Westentaschen-Computer schnell mit dem Navigations-/Infotainment-System des Wagens synchronisieren. Intensive Musikbeschallung ist ebenfalls möglich; Seat hält ein 300-Watt-Beats-Soundsystem bereit, das nicht nur den für die Insel Ibiza typischen Discosound adäquat wiederzugeben in der Lage ist.

Musikhören im Ibiza kann sogar ein (Klein-)Gruppenerlebnis sein, denn die Neuauflage bietet zumindest vier Mitreisenden echten Sitzkomfort. Die fünfte Generation des technisch eng mit dem neuen VW Polo verwandten Ibiza ist zwar weiterhin nur 4,06 Meter lang, doch weil die Karosserie in der Breite acht Zentimeter zugelegt hat, erfreuen sich alle Passagiere einer größeren Ellbogenfreiheit. Außerdem ist der Abstand zwischen den Kniescheiben der Fondpassagiere und den vorderen Sitzlehnen gewachsen, weil der Radstand verlängert wurde, und der Kofferraum nimmt nunmehr 355 Liter auf. Ist man zu zweit unterwegs, dürfen Reisegepäck und sonstiges Ladegut sogar bis zu 1156 Liter beanspruchen.

Die Frage, ob es denn auch im neuen Ibiza Dieselmotoren geben wird, beantwortet Seat weiterhin mit Ja. Allerdings lässt man sich mit der Einführung Zeit, da sich – so Bernhard Bauer, Geschäftsführer von Seat Deutschland – sowieso nur zehn Prozent der Ibiza-Kunden für einen TDI entscheiden. Vielleicht sind es künftig sogar noch weniger: Erstmals ist der Ibiza mit CNG-Antrieb zu bekommen – derzeit das die Umwelt am wenigsten belastende und vergleichsweise kostengünstige Verbrennungsmotor-Konzept.

Im Ibiza wurde ein direkteinspritzender Turbobenziner mit 1,0 Liter Hubraum, die sich auf drei Zylinder verteilen, auf Gas-Betrieb umgerüstet. Der neue CNG-Ibiza leistet maximal 90 PS und ist mit zwei Druckbehältern bestückt, in denen insgesamt 13 Kilogramm Gas zu speichern sind. Darüber hat der Wagen einen 40 Liter-Benzintank an Bord, mit dessen Inhalt sich selbst große Lücken im Erdgas-Versorgungsnetz problemlos überbrücken lassen und eine Gesamt-Reichweite von 1300 Kilometern zu erzielen ist.

Mit Erdgas oder dem aus Bio-Abfällen gewonnenen Methangas (chemische Formel beider Gase: CH4) betriebene Motoren setzen weniger Kohlendioxid und – vor allem – erheblich weniger Stickoxide frei als Benzin oder Diesel konsumierende Aggregate – das ist seit Langem bekannt. Die Nachfrage war in der Vergangenheit dennoch verhalten, obwohl die Politik mit Steuervergünstigungen seit Längerem versucht, die Nutzung von CNG in Fahrzeugen zu fördern. Die Pkw-Hersteller schulten daraufhin zwar einige Modelle zu CNG-Verbrennern um, unternahmen aber ansonsten wenig, um dem zahlenden Publikum deren Vorzüge vor Augen zu führen. Das ändert sich gerade, weil die Melkkuh TDI siecht und Vielfahrer nach Ersatz suchen.

Wer nicht in diese Rubrik fällt, kann den Motor auch als reinen Benziner bekommen – wahlweise mit 95 oder 115 PS. Die stärkste Variante garantiert nicht nur flotte Fortbewegung, sondern echten Fahrspaß; sie ist ab 18.090 Euro erhältlich. Wird dieses Modell mit Best-Ausstattung bestellt, sind laut Preisliste 19.690 Euro fällig; ein siebengängiges Direktschaltgetriebe statt Sechsgang-Schaltung schlägt zusätzlich mit 1500 Euro zu Buche.

100 Euro weniger verlangt Seat für den die Ibiza-Power-Variante mit 150 PS. Diese ebenfalls top ausgestattete Modellvariante mobilisiert ein Vierzylinder-Turbobenziner, dessen Kräfte freilich nicht automatisch, sondern grundsätzlich per Handschaltung in die Gänge – sechs an der Zahl, plus Rückwärtsgang – gebracht werden müssen. Die schwächeren Benziner treten mit Fünfgang-Schaltgetriebe an, so auch der wahlweise 65 oder 75 PS starke 1,0-Liter-Benziner ohne Turboaufladung. Bei ihm wird der Kraftstoff nach alter Väter Sitte nicht direkt in den Zylinder eingespritzt – mit der Folge, dass sein Drehmomentangebot noch schwächer ausgeprägt ist als seine Leistungsbereitschaft.

Mit 65 PS und Basisausstattung, die vor wenigen Jahren noch als umfangreich gegolten hätte, heutzutage aber Vieles von dem vermissen lässt, was Autokäufern lieb und teuer ist, kann man den Ibiza für 12.490 Euro erwerben. Die 75- und 95-PS-Modelle sind in der Preisregion zwischen 14.240 und 18.790 Euro angesiedelt. Vier Ausstattungslinien stehen zur Wahl. Sie verkörpern einen Drei-Stufen-Plan: Style bietet mehr als Reference, und über beiden rangieren Xcellence und FR. Sie sind gleichwertig, sprechen aber unterschiedliche Kundentypen an: Zum selben Preis gibt es den Ibiza entweder in dezent eleganter Ausrichtung oder mit sportlicher Trimmung.


Galerie

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Fotos: Seat