#vielmakeup Das Beste aus beiden Welten soll der Citroën C5 Aircross vereinen, sagt Linda Jackson, CEO. Was sie damit meint? Er soll sowohl ein veritables SUV mit stämmigen Auftritt, aber auch komfortabel und vor allem modular wie ein Van sein. Denn Vielseitigkeit und Komfort scheinen die Kunden zu schätzen, oder zumindest zu kennen. So haben sich die Franzosen diesen zwei Stichworten verschrieben. Dabei wünscht sich der neue C5 Aircross eines mehr als alles andere: des Publikums Liebling zu sein. Denn nach seinem Gusto hat er sich zurecht gestriegelt und steht als ein Produkt der Marktforschung auf der großen Bühne. // Im Rampenlicht

  Paris, Frankreich Man kennt die Situation vielleicht: da ist die größte Party des Jahres und die Frage brennt, wie man richtig gekleidet erscheint. So sehr die Herren der Schöpfung diese Frage gerne auf den besten Anzug im Schrank reduzieren, so sehr kann es vorkommen, dass sich die Damen am passenden Ohrring zum Kleid aufhalten. Die Frage nach dem passenden Schmuck könnte auch bei der Entwicklung des neuen C5 Aircross ein Thema gewesen sein. Denn Citroën setzt seit dem Auftritt des neuen C4 auf eine kontinuierliche Designsprache für die Flotte und, was man tatsächlich attestieren darf, es hat funktioniert! Seit der Modellgeneration 2017 verteilen die Designer bunte Trapeze auf Front und Seite der ansonsten sehr großvolumigen Blechkleide aller Citroën C-Modelle. Das fällt auf und ist tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Parkett der Eitelkeiten im gegenwärtigen Autodesign.

Aufmerksamkeit bekommen, das gilt natürlich auch für den C5 Aircross. So spart auch dieser nicht am geometrischem Schmuck- und Zierrat, innen und aussen. Zugegeben: die Formensprache des größten und exklusivsten Citroëns wirkt wie aus einem Guss gezeichnet. Mag man den blockigen, etwas spielzeughaften Auftritt des C5 noch etwas skeptisch betrachten, vor allem angesichts des von den Markenstrategen ausgeschriebenen Ziels, die aktiven Best Ager mit den Aicross Modellen zu gewinnen. Feststellen darf man dafür allemal, dass die markant abgesetzten Tagscheinwerfer in der Front durchaus mit dem frischen Design harmonieren. Da fragt sich der ein oder andere, ob es mit diesem Dekor eine weitere Bewandtnis hat; die Antwort der Designer ist so einfach wie aufschlussreich: Marktbefragungen haben ergeben, dass Kunden auf den frisch-frechen Auftritt ansprechen. Meinung also, statt Funktion.

Hingegen, wo wir vielleicht noch etwas ratlos vor dem äusseren schönen (oder schrillen) Schein stehen, da lohnt sich ein Blick ins Cockpit. Schließlich will Citroën bei dem C5 mit dem Stichwort Komfort trumpfen und da sollte auf den Innenraum ein besonderes Augenmerk gerichtet sein. Hier bilden Trapeze und Rauten ein überraschend spannendes und schlüssiges Thema für ein behagliches und hochwertig wirkendes Interior mit Ausströmern und Armaturen, die sich in dem lederbespannten Innenraum fast wie dekorative Objekte eines schicken Möbeldesigns drapieren.

Nicht nur Design, auch das gesamte Konzept des C5 und die technische Ausstattung sind Schlussfolgerungen aus Meinungsstudien. Research says, das prägende Wort für den C5. Was das konkret heißt? Äußerlich soll er ein SUV bleiben, das sorgt für den agilen und jungen Auftritt. Innerlich darf sich der C5 aber wie ein Minivan geben. Anpassbar soll er sein. Mit drei einzeln verstellbaren Sitzen im Fond und bis zu 780 Liter Kofferraumvolumen. Komfortabel soll er sein. Dazu haben die Franzosen Erfahrungen aus dem Ralleysport in eine neuartige, mehrfach abgestufte Federung gepackt. Erinnerung an die guten alten Zeiten schwebenden Fahrens mit Citroëns fast schon legendärer Luftfederung dürfen wach werden, doch, so hat man uns geraten, dieses System ist neu und verspricht weit mehr als klassische Luftfedern. Wir freuen uns auf Fahreindrücke in naher Zukunft.

Ob der C5 dann als SUV vollends überzeugen kann, oder doch vielleicht eher als aufgehübschter Van seine Kundschaft findet, das wird sich schlussendlich auch an den technischen Leistungen messen lassen müssen. Der C5 kommt in allen Varianten nur mit Frontantrieb. Die geplanten EURO 6 genormten Diesel- und turbogeladenen Benzineraggregate kommen mit 130 bis 180 Pferden, 8-Gang-Automatik oder 6-Gang Schaltwerk. Keine spektakulären Glanzleistungen. Vielleicht kann ja der ab 2020 prognostizierte Plugin-Hybrid mit 210 Pferden mehr überzeugen. Andererseits, sollte sich bewahrheiten, dass Citroen mit einem Komfort-SUV tatsächlich den Nerv der Generation trifft, dann sollten diese Werte tatsächlich vollkommen ausreichen.

Fotos: Citroën